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Inhalte zu den Weiterbildungslehrgängen der DiabetesberaterInnen DDG und DiabetesassistentInnen DDG

Weiterbildung zur staatlich anerkannten Diabetesberaterin (DDG) 


Am Weltdiabetestag, dem 14. November 2000, wurde in Bad Kreuznach der 43. Diabetesberaterkurs der Deutschen Diabetes Gesellschaft eröffnet. Erstmalig werden die Absolventen dieses Kurses die staatliche Anerkennung des Landes Rheinland-Pfalz erhalten.

Inhalte und Zeitumfang dieser Weiterbildung wurden entsprechend der Richtlinien der DDG und analog zu bisher durchgeführten Kursen vom Land Rheinland-Pfalz übernommen. Alle erprobten und bewährten Lerneinheiten werden hier auch weiterhin fächerintegrativ, problem- und handlungsorientiert vermittelt.

Ein Focus der 520-Stunden umfassenden theoretischen Weiterbildungsrichtlinie liegt im Bereich Pädagogik, Didaktik und Psychologie. Hierzu möchten wir erwähnen, dass die Pädagogik der 70-iger Jahre mit dem Schwerpunkt der überwiegend kognitiven Wissensvermittlung heute keine adäquate Verhaltensänderung bei Menschen mit chronischen Erkrankungen bewirken kann.

Die Patenschaft für die überarbeitete Kurskonzeption übernimmt der Ausschuss Schulung und Weiterbildung der Deutschen Diabetes Gesellschaft. Er wird sich ebenfalls für die DiabtesberaterInnen einsetzen, die in anderen Weiterbildungsstätten ihren Abschluß gemacht haben. An entsprechenden Übergangsregelungen zur nachträglichen Anerkennung und Qualifizierung wird zur Zeit im Ministerium in Mainz gearbeitet.

Wir begrüßen diesen Schritt des Landes Rheinland-Pfalz und sehen darin einen wichtigen Beitrag zur besseren Versorgung der ständig ansteigenden Zahl der Menschen mit Diabetes.

Brigitte Osterbrink

Diplom Pflegewirtin und Koordinationsbeauftragte des Vorstandes der DDG

Weiterbildungslehrgänge zum/zur Diabetesberater/in   DDG

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft bietet Weiterbildungslehrgänge für Krankenschwestern/-pfleger, Kinderkrankenschwestern/-pfleger, DiätassistentInnen, OecotrophologInnen sowie Arzthelferinnen mit abgeschlossener Weiterbildung zur Diabetesassistentin DDG zu DiabetesberaterInnen DDG an. Die Weiterbildung erfolgt als berufsbegleitender Lehrgang über 1 Jahr mit theoretischem und praktischem Unterricht in einem Weiterbildungszentrum sowie mit in den Lehrgang eingegliederten Praktika, in der Regel am Heimatort. Der theoretische Unterrichtsanteil findet in 3 Blöcken von je 160 Stunden statt und wird durch die Praktika (ca.700 Stunden) auf den Gesamtstundenanteil von ca. 1180 Stunden ergänzt. Zulassungsbedingung ist das Arbeiten in einem Diabetesteam und eine einjährige Erfahrung in der Patientenschulung.

Ziele der Weiterbildung

Die Weiterbildung soll die Teilnehmer/-innen befähigen, an Diabetes mellitus erkrankte Menschen aller Altersstufen in ihren verschiedenen Krankheitsphasen unter Berücksichtigung ihrer körperlichen, sozialen, kulturellen, geistigen und seelischen Bedürfnisse zu beraten, zu schulen und sie und ihre Bezugspersonen angemessen zu begleiten.

1. Berufsfachliche Kompetenzen

Zur berufsfachlichen Qualifikation zählt der Erwerb von Fachkompetenzen, die sich am Fachwissen des aktuellen Forschungsstandes der jeweiligen Fachdisziplin orientieren.Die Fachkompetenzen beziehen sich im einzelnen auf:

Schulungen zu organisieren, durchzuführen und zu evaluieren mit entsprechenden Fähigkeiten und Fertigkeiten
fachspezifische diagnostische und therapeutische Maßnahmen zu kennen und bei ihrer Durchführung und Überwachung mitzuwirken
die Wirkung und Nebenwirkung therapeutischer Maßnahmen zu kennen, sie in das betreuende Handeln einzuplanen und sachgemäß zu handeln
Grundlagenwissen für die Praxis wie Abrechnungswesen, Zeitplanung und qualitätssichernde Evaluation. 
 

2. Soziale Kompetenzen

Soziale Kompetenzen ermöglichen aus einer Grundhaltung der Wertschätzung, Empathie und Kongruenz heraus mit anderen in Beziehung zu treten. Dies bildet die Basis für die Beziehung von Diabetesberaterinnen zu Patienten und ihren Angehörigen und darüber hinaus für das Miteinander im Team und die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen. Der Erwerb sozialer Kompetenzen ist insbesonders gerichtet auf:

psychologische und pädagogische Konzepte anzuwenden und die notwendigen Strategien für die Beratung, die Betreuung und die Rehabilitation für Menschen in allen Lebensphasen davon abzuleiten
die Erkrankten und ihre Bezugspersonen bei der Auseinandersetzung und Bewältigung mit der Krankheit im Sinne von Empowerment und Selbstmanagement zu unterstützen und zu beraten
Schulungsgruppen zu planen und zu leiten.

3. Methodische Kompetenzen

Wandel und Dynamik in der Berufspraxis und den Bezugswissenschaften erfordern im Rahmen der methodischen Kompetenz folgende weitere Fähigkeiten:

Flexibilität und Offenheit für neue Erkenntnisse und Veränderungen
Organisationsfähigkeit und Planungsfähigkeit, um Prioritäten setzen und Arbeitsbelastungen bewältigen zu können
Problemlösungsfähigkeit, um aufgrund der Fachkompetenz eigene Entscheidungen treffen zu können und handlungsfähig zu werden bzw. zu bleiben. 

Personale Kompetenzen

Im Sinne einer ganzheitlichen Sichtweise des Menschen soll durch die Weiterbildung die personale Kompetenz der Diabetesberaterin als eine Form der Persönlichkeits-entwicklung gefördert werden hinsichtlich:

der Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit um Selbständigkeit, Selbstreflexion, Kritik- und Urteilsfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein zu fördern
das Beziehungsgefüge in Arbeitsgruppen zu verstehen, sich als gleichwertiges Mitglied im Behandlungsteam anzusehen und durch die berufliche Identität einen partnerschaftlichen Umgang mit Angehörigen anderer Fachberufe zu erreichen.

Die Weiterbildung soll die dazu erforderlichen speziellen Kenntnisse, Fertigkeiten, Verhaltens-weisen und Einstellungen auf der Grundlage eines engen Theorie-Praxis Bezuges vermitteln.

Abschluss

Die Weiterbildung endet mit einer Prüfung bestehend aus einem schriftlichen, praktischen sowie mündlichen Teil. Über die bestandene Prüfung erteilt die Weiterbildungseinrichtung und die Deutsche Diabetes-Gesellschaft ein Zeugnis und eine Erlaubnisurkunde mit der Befugnis, die Weiterbildungsbezeichnung "DiabetesberaterIn DDG" zu führen.

Kosten/Unterkunft

Unterkunft und Verpflegung werden vor Ort vermittelt. Die Kosten hierfür und die Kursgebühren tragen die Teilnehmer. Auf die Bedingungen der Weiterbildungsstätten bezüglich der Kosten für Unterkunft und verbindliche Teilnahme an der Verpflegung hat die DDG keinen Einfluss.Die Kursgebühr beträgt z.Z. 2250 Euro und ist, nach Rechnungserstellung, an die DDG zu entrichten. Zusätzlich entstehen Kosten von ca. 125 Euro für Kopien und Skripte, die gesondert in Rechnung gestellt werden. 

Der Bewerbung sind beizufügen


Bewerbungsbogen
Lebenslauf mit Lichtbild
Kopie des Zeugnisses über die Ausbildung zur (Kinder-)Krankenschwester, Diätassistentin oder zum Diätassistenten oder Krankenpfleger bzw. Kopie der Urkunde über die Weiter-bildung zur Diabetesassistentin DDG
Bescheinigung über Fortbildungen
Bescheinigung über eine einjährige Schulungserfahrung in einem diabetologischen Team.
Unvollständige Bewerbungsunterlagen werden zurückgesandt.

Die Bewerber werden in einem mündlichen Gespräch von den Mitgliedern des Ausschusses Schulung und Weiterbildung ausgewählt. Bewerbungen werden nur im Januar und Februar jeden Jahres entgegen genommen und sind zu richten an:

Geschäftsstelle der DDG
Frau Marion Daniel-Kosch (Tel. 0234/325 32 89)
Berufsgenossenschaftliche Kliniken
Bergmannsheil, Universitätsklinik
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
 


 
 

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